Stand : Fährtarife 2026, Sperrtage, Tremosine-Variante ergänzt.
Ja, du kannst den Gardasee mit dem Rad umrunden. Nur nicht so, wie es die Prospekte zeigen: Der durchgehende Radweg ist im Bau, gefahren wird zum großen Teil auf der Gardesana, also der Uferstraße mit Autoverkehr und Tunneln. Unsere Einordnung deshalb gleich zu Beginn: Die Radtour um den Gardasee ist eine Straßentour für Leute, die mit Verkehr und Tunneln umgehen können. Wer das nicht will, fährt Ost- und Südufer und nimmt für den Rest die Fähre, und spart sich damit 74 Tunnel.
Wie weit die Runde auf der heutigen Straße ist, mussten wir selbst rechnen. Die Zahlen, die dir sonst begegnen, sind Planzahlen für die Ciclovia, 140 bis 165 Kilometer je nach Quelle, oder einzelne Tourenberichte. Unser Ergebnis: 169,8 Kilometer und 1.372 Höhenmeter mit dem Tourenrad, einmal komplett auf der Straße um den See. Die Ciclovia del Garda ist nicht fertig. Welche Stücke schon befahrbar sind, haben wir im Überblick zum Radweg um den Gardasee zusammengetragen.
Die Radtour um den Gardasee auf einen Blick
- Strecke: 169,8 km und 1.372 Höhenmeter mit dem Tourenrad, 171,8 km und 1.349 Höhenmeter mit dem Rennrad, gerechnet über die Uferstraße.
- Etappen: Riva del Garda bis Torri del Benaco 40,7 km, Torri bis Desenzano 46,1 km, Desenzano bis Riva 83,0 km.
- Der harte Teil: das Westufer, 1.046 Höhenmeter auf der Etappe Desenzano bis Riva, davon 74 Tunnel zwischen Gargnano und Riva.
- Fähre: Räder fahren 2026 für 1,50 bis 6,90 Euro je Zone auf den Kursschiffen mit, nicht auf Schnellbooten und Katamaranen.
- Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober. Im November und Dezember 2025 hat die Provinz Trient die Nordstrecke an drei Vormittagen für Felsarbeiten gesperrt.
Inhaltsverzeichnis
Einmal um den Gardasee sind es auf der Straße 170 Kilometer, mehr als die geplante Ciclovia
| Strecke mit dem Tourenrad | 169,8 km, 1.372 Höhenmeter |
| Strecke mit dem Rennrad | 171,8 km, 1.349 Höhenmeter |
| Höchster Punkt | 218 m über dem Meer, am Westufer |
| Tiefster Punkt | 65 m, also Seeniveau |
| Empfohlene Etappen | drei Tage, siehe unten |
| Richtung | gegen den Uhrzeigersinn, dann liegt der schwere Teil am Anfang |
Wie diese Zahlen zustande kommen
Wir haben die Strecke mit dem Fahrrad-Router BRouter über die Fähranleger als Wegpunkte berechnen lassen, damit sie am Ufer bleibt und nicht ins Hinterland ausweicht. Den See haben wir für den Router gesperrt, sonst hätte er die Fähre genommen und die Runde abgekürzt. Die Zahlen beschreiben den Weg auf der Straße, gerechnet im August 2026.
Die Zahlen für den Radweg sind Planzahlen: Das Fachmagazin Cicloturismo nennt im Juli 2026 rund 140 Kilometer für die Ciclovia del Garda, die offizielle Projektseite cicloviadelgarda.it 165. Den Widerspruch lösen wir nicht auf, weil wir ihn nicht prüfen können. Beide Werte liegen unter den 170 Kilometern, die du heute rund um den Gardasee auf der Straße fährst, und solange die Ciclovia nicht fertig ist, zählt nur diese Zahl.
Eine zweite Zahl zum Einordnen: Der Blog rennradler.it kam 2014 für dieselbe Runde ab Riva del Garda auf rund 139 Kilometer und 700 Höhenmeter, mit dem Rennrad und im Uhrzeigersinn. Die Spanne zwischen 139 und 172 zeigt, wie stark die Angabe vom gewählten Weg abhängt. Unsere Route hält sich strikt an die Uferstraße über jeden Anleger. Für dich heißt das konkret: Plane mit 170 Kilometern und drei Tagen, dann ist der vierte Tag frei statt verplant.
Am Westufer liegen drei Viertel der Höhenmeter, deshalb fährst du es zuerst
In einem Tag ist die Runde etwas für Trainierte. Sinnvoll sind drei Tage, und die Aufteilung ergibt sich aus der Landschaft: ein Tag Ostufer, ein Tag Süden, ein langer Tag Westufer.
| Riva del Garda bis Torri del Benaco | 40,7 km, 210 Höhenmeter |
| Torri del Benaco bis Desenzano | 46,1 km, 125 Höhenmeter |
| Desenzano bis Riva del Garda | 83,0 km, 1.046 Höhenmeter |
1.046 der 1.372 Höhenmeter liegen am Westufer, also 76 Prozent. Ost- und Südufer kommen zusammen auf 335 Höhenmeter auf 87 Kilometern, weniger als ein Drittel dessen, was das Westufer auf 83 Kilometern hat. Für dich heißt das konkret: Fahr gegen den Uhrzeigersinn, dann hast du den harten Tag am Anfang, wenn die Beine frisch sind. Im Uhrzeigersinn kommt er am Schluss.

Ostufer: Riva del Garda bis Torri del Benaco
40,7 Kilometer, 210 Höhenmeter. Von Riva del Garda über Torbole und Malcesine am Fuß des Monte Baldo entlang. Auch die Gardesana Orientale hat Tunnel. Neu dazugekommen sind zwei Radwegstücke: bei Riva bis zur Spiaggia dello Sperone, laut Provinz Trient offen seit dem 21. März 2025, und bei Torri del Benaco, laut Verona Tomorrow eröffnet im Mai 2026.
Süden: Torri del Benaco bis Desenzano
46,1 Kilometer, 125 Höhenmeter, die flachste Etappe. Über Garda, Bardolino, Lazise, Peschiera und Sirmione nach Desenzano. Hier liegen die wenigsten Höhenmeter, und zwischen Peschiera und Lazise fährst du laut Projektseite cicloviadelgarda.it auf dem fertigen Radweg statt auf der Straße.
Westufer: Desenzano bis Riva del Garda
83,0 Kilometer, 1.046 Höhenmeter, die lange und die harte Etappe. Über Salò, Gardone Riviera, Toscolano-Maderno, Gargnano, Campione und Limone sul Garda zurück nach Riva. Ab Gargnano verläuft die Straße im Fels. Bei Limone ist ein Stück Ciclovia fertig, der schwebende Radweg an der Felswand. Wer die Etappe teilen will, übernachtet in Gargnano oder Limone.
Die Tunnel entscheiden, ob dir die Runde Spaß macht
Zwischen Gargnano und Riva wurde die Gardesana Occidentale von 1927 bis 1931 in den Fels gesprengt, mit 74 Tunneln und über 50 Brücken auf rund 30 Kilometern, so beschreibt es der Reiseführer alpen-guide.de. Um diesen Abschnitt dreht sich die Tunnelfrage.
Verboten ist die Durchfahrt nach den Kartendaten nicht. Wir haben OpenStreetMap für einen Ausschnitt beider Ufer zwischen Torri del Benaco und Malcesine ausgewertet: 26 Tunnel auf Haupt- und Landstraßen, keiner für Räder gesperrt, elf ausdrücklich freigegeben, bei den übrigen fehlt die Angabe. Eine fehlende Angabe heißt nicht erlaubt. Maßgeblich ist das Schild vor Ort, nicht die Karte.
Dazu kommen Sperrungen für den Radwegbau selbst: Die Provinz Trient hat die Gardesana zwischen Riva del Garda und der Grenze zur Lombardei im November und Dezember 2025 an drei Vormittagen von 9 bis 14 Uhr komplett gesperrt, um Fels über der Baustelle zu sprengen. Angekündigt wurde das am 29. Oktober 2025, sechs Tage vor dem ersten Termin. Solche Tage findest du nicht im Reiseführer, nur auf der Seite der Provinz.
Eine Bergvariante gibt es, aber sie ist keine Lösung: Von Gargnano über Tignale und die Hochebene von Tremosine nach Limone sind es nach unserer Rechnung 27,6 Kilometer und 1.125 Höhenmeter, gegenüber 18,9 Kilometern und 448 Höhenmetern unten auf der Gardesana. Der höchste Punkt liegt bei 584 Metern, und tunnelfrei ist auch dieser Weg nicht. Für dich heißt das konkret: Die Tunnel umgehst du nur mit der Fähre. Wer durchfährt, sollte Licht vorn und hinten und eine helle Jacke dabeihaben. Das ist unser dringender Rat, keine Vorschrift, die wir zitieren könnten.
Mit der Fähre wird aus drei Tagen zwei
Die Navigazione Laghi nimmt Räder auf den normalen Kursschiffen mit, nicht auf den Schnelldiensten und Katamaranen. Ein Fahrrad kostet 2026 je nach Zone 1,50 bis 6,90 Euro, E-Bikes zählen als Fahrräder. Ob ein Rad an Bord kommt, hängt vom Schiffstyp und vom Andrang ab, im Zweifel entscheidet der Kapitän. So steht es im Tarifblatt 2026 der Reederei, und Garda Trentino bestätigt die Regel für die Schiffe ab Riva und Torbole. Zwischen Torri del Benaco und Toscolano-Maderno pendelt zusätzlich die Autofähre, die auch Räder mitnimmt.
Damit wird aus der Dreitagesrunde eine Zweitagestour: Ostufer hinunter, im Süden herum, und ab Salò oder Maderno mit dem Schiff zurück ans Ostufer. Oder du fährst das Westufer bis Limone und setzt nach Malcesine über: über die Straße sind es 28 Kilometer um das Nordende, mit dem Schiff rund sechs. Fahrpläne und Strecken stehen in unserem Beitrag zur Gardasee Schifffahrt. Für dich heißt das konkret: Stell dich ans Kursschiff, nicht ans Schnellboot, und sei vor der Abfahrt am Anleger, weil das Rad nur mitkommt, wenn Platz ist.
Tourenrad und Rennrad nehmen sich nichts, das E-Bike braucht am Westufer einen zweiten Akku
| Tourenrad oder Gravel | Die naheliegende Wahl. 170 km und 1.372 Höhenmeter auf drei Tage sind gut machbar, Gepäck passt ans Rad. |
| Rennrad | Geht, die Strecke ist durchgehend asphaltiert. Gerechnet sind es 171,8 km und 1.349 Höhenmeter, also praktisch dasselbe. Ohne Gepäck und mit Quartier unterwegs die schnellste Variante. |
| E-Bike | Sinnvoll, wenn das Westufer abschreckt. 83 Kilometer mit über 1.000 Höhenmetern an einem Tag sind für einen Akku viel, deshalb Ersatzakku oder Ladepause in Gargnano einplanen. |
| Mountainbike | Für die Umrundung unnötig, sie führt komplett über Asphalt. Am Monte Baldo dagegen genau richtig. |
Touren mit weniger Höhenmetern und Ladestopps haben wir im Beitrag Gardasee mit dem E-Bike zusammengestellt.
Fahr im Mai oder im September, nicht im August
April bis Juni und September bis Oktober sind die Monate für die Runde. Im Hochsommer ist es am See heiß und der Ferienverkehr auf der Gardesana dicht; nach unserer Einschätzung ist das der schlechteste Monat für die Tunnelabschnitte. Im Winter fahren weniger Schiffe, und solange die Ciclovia im Trentiner Fels gebaut wird, kann die Straße im Norden an einzelnen Tagen gesperrt sein, wie an den drei Vormittagen im November und Dezember 2025. Wie sich der Herbst am See anfühlt, steht im Beitrag Gardasee im Oktober, die Übersicht nach Jahreszeiten in der besten Reisezeit für den Gardasee.
Die konkreten Touren mit Höhenprofil, zehn Strecken mit Länge und Höhenmetern, stehen in unserer Fahrradkarte Gardasee. Die Orte und Entfernungen zeigt die Gardasee Karte, und wer nach der Radrunde noch Beine hat, findet die Wege am Monte Baldo in der Wanderkarte Gardasee.
Unsere Einschätzung: gegen den Uhrzeigersinn, und die Nordtunnel per Schiff
Unsere persönliche Einschätzung: Wir würden die Runde gegen den Uhrzeigersinn fahren, ab Riva das Ostufer hinunter, im Süden herum und das Westufer hinauf bis Limone. Von Limone nach Riva würden wir das Schiff nehmen: Die letzten 9,3 Kilometer bestehen nach unserer Rechnung fast nur aus Tunnel, und der Blick vom Wasser auf die Felswand ist der bessere Abschluss als der aus dem Tunnel. Wer auch die Tunnelstrecke zwischen Gargnano und Limone scheut, steigt schon in Maderno aufs Schiff und hat trotzdem Ost- und Südufer komplett gefahren.
Ehrlich dazu: Wir haben die komplette Runde nicht selbst gefahren. Die Kilometer und Höhenmeter sind gerechnet, die Tunnelzahl stammt aus dem Reiseführer, die Sperrtermine von der Provinz. Das ist eine Einschätzung, kein Erfahrungsbericht.
Quellen
Weil sich Tarife und Sperrungen ändern, hier die Belege mit Datum. Wenn du etwas Neueres findest, schreib uns, dann ziehen wir nach.
| Navigazione Laghi, Tarifblatt 2026 | Fahrradtarif 1,50 bis 6,90 Euro, keine Räder auf Schnelldiensten, E-Bikes gelten als Räder, abgerufen am 04.09.2026 |
| Garda Trentino | Radmitnahme auf Schiffen, Bussen und Seilbahn, abgerufen am 04.09.2026 |
| Provincia autonoma di Trento | Sperrung der SS45bis am 4.11., 24.11. und 2.12.2025 für Felssprengungen, Meldung vom 29.10.2025 |
| alpen-guide.de | 74 Tunnel und über 50 Brücken zwischen Gargnano und Riva, Bauzeit 1927 bis 1931 |
| rennradler.it | Gardaseerunde ab Riva im Uhrzeigersinn, rund 139 km und 700 Höhenmeter, 01.05.2014 |
| cicloviadelgarda.it | offizielle Projektseite der Ciclovia del Garda, nennt 165 km geplante Länge und die befahrbaren Abschnitte, darunter Peschiera bis Lazise |
| Cicloturismo | Übersicht zur Ciclovia mit rund 140 km geplanter Länge, 03.07.2026 |
| Provincia autonoma di Trento | Abschnitt Riva bis Sperone, offen seit 21.03.2025, Meldung vom 08.08.2025 |
| Verona Tomorrow | Eröffnung des Abschnitts Torri del Benaco, 23.05.2026 |
Häufige Fragen zur Radtour um den Gardasee
Wie viele Kilometer sind es einmal um den Gardasee?
Auf der Straße rund 170 Kilometer mit etwa 1.372 Höhenmetern. Wir haben die Runde über die Uferstraße berechnen lassen, ohne Fährabkürzung. Die 140 bis 165 Kilometer, die Cicloturismo und die Projektseite für die geplante Ciclovia del Garda nennen, beschreiben den künftigen Radweg, nicht die heutige Strecke.
Wie lange braucht man mit dem Fahrrad einmal um den Gardasee?
Mit dem Tourenrad sind drei Tage angenehm, mit Etappen von rund 41, 46 und 83 Kilometern. Trainierte schaffen die Runde an einem Tag, dann sind es aber knapp 170 Kilometer am Stück. Mit der Fähre ab Salò oder Maderno zurück ans Ostufer reichen zwei Tage.
Ist der Radweg rund um den Gardasee schon fertig?
Nein. Die Ciclovia del Garda ist im Bau, befahrbar sind einzelne Abschnitte bei Limone, Riva, Torri del Benaco und zwischen Peschiera und Lazise. Dazwischen fährst du auf der Gardesana. Den aktuellen Baustand findest du in unserem Überblick zum Radweg um den Gardasee.
Kann man mit dem Rad rund um den Gardasee fahren?
Ja, auf der Uferstraße, mit Autoverkehr und Tunneln. Ein Verbot für Räder haben wir in den Kartendaten nicht gefunden, geprüft für 26 Tunnel zwischen Torri del Benaco und Malcesine: elf sind ausdrücklich freigegeben, bei 15 fehlt jede Angabe. Für alle Tunnel, auch die 74 am Westufer, gilt die Beschilderung vor Ort. Wer sie meiden will, nimmt am Westufer die Fähre.
Welche Richtung ist besser?
Gegen den Uhrzeigersinn, also ab Riva zuerst das Ostufer hinunter und das Westufer am Ende hinauf. Dort liegen 1.046 der 1.372 Höhenmeter, rund drei Viertel. Wer andersherum fährt, hat den anstrengendsten Abschnitt am letzten Tag. Das ist eine Empfehlung, keine Regel.
Welche Radtour um den Gardasee ist die beste?
Für einen Tag das Ostufer von Torri del Benaco bis Peschiera mit den neuen Radwegstücken bei Torri und zwischen Peschiera und Lazise. Für den Ausblick der schwebende Radweg bei Limone, hin und zurück rund fünf Kilometer. Zehn Strecken mit Länge und Höhenmetern stehen in unserer Fahrradkarte Gardasee.
Wenn du die Runde planst, fang mit einer Frage an: Willst du durch Tunnel fahren? Ja: drei Tage, gegen den Uhrzeigersinn, Licht und helle Jacke dabei. Nein: Ost- und Südufer plus Fähre, zwei Tage, und den Fels bei Limone schaust du dir auf dem schwebenden Radweg an, ohne Tunnel davor und dahinter.
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